Menschenrechte im Zentrum von Bergisch Gladbach angekommen

Siebzig Jahre nach der Unterzeichnung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und viele Jahre nach Planungsbeginn weihte die Bergisch Gladbacher Amnesty International-Gruppe am 1. Juni 2018 ihren Pfad der Menschenrechte am Quirlsberg ein. Auf dem Gelände der evangelischen Kirchengemeinde mitten in Bergisch Gladbach stehen nun 12 Edelstahltafeln in angenehmer Lesehöhe, mit Verweis auf die Arbeit von Amnesty und der örtlichen Gruppe.

 

Trotz regnerischem Wetter wohnten gut fünfzig Neugierige, Groß und Klein, aus Politik, Kirche und interessierten Gladbachern dem Festakt bei, der durch die Quirlsspatzen in der Gnadenkirche musikalisch eingeleitet wurde. Im Begrüßungswort legte Gabriele Apicella aus der Gladbacher Amnesty-Gruppe ein Augenmerk auf die noch immer bestehende Aktualität des Kampfs um die Menschenrechte; vor Ort und Weltweit. Auch auf diese Allgemeingültigkeit sollen die zwölf Tafeln hinweisen, die alle 30 Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, leicht gekürzt, der Öffentlichkeit präsentieren. Der Stellvertretende Bürgermeister Michael Zalfen begrüßte dieses Zeichen der Humanität in der Mitte von Bergisch Gladbach und lobte es sogleich als „Reiseziel“ örtlicher Schulklassen aus. Auch Jessica Böhner (Vorstandsmitglied von Amnesty Deutschland) freute sich über den Einsatz für die Menschenrechte und rief gleichzeitig zum Engagement für diese nicht selbstverständlichen Grundrechte auf.

Ein Highlight stellte die Verlesung aller Artikel in verschiedenen Sprachen dar. Vertreter der Städtepartnerschaften und Gäste gaben dabei ein sprachliches Kunstwerk auf Englisch, Französisch, Koreanisch, Spanisch, Arabisch, Hebräisch und anderen Sprachen zum Besten. Klar wurde: Vom ersten Artikel „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren…“ bis hin zu Rechten auf Arbeit, gleichen Lohn oder Wohnen ist diese Allgemeine Erklärung nah am Leben jedes Einzelnen. In ihrer Relevanz steht sie nicht nur in Verbindung zu unserem Grundgesetz, sondern bestimmt auch das Zusammenleben mit und formt unsere Vorstellungen von sozialer Gerechtigkeit.

Abgerundet wurde die Vorstellung durch das gemeinsame Singen der Menschenrechtshymne „Die Gedanken sind frei“.

Abschließend wurde der Pfad offiziell von Gabriele Apicella, Jessica Böhner, Michael Zalfen und Pfarrer Thomas Werner eröffnet. Die Anwesenden verteilten sich sodann auf die verschiedenen Stelen, um die Artikel durchzulesen und darüber zu diskutieren.

Fotos: Jannes Komenda